Arnim Otto
übermittelt am 10.04.2008
Lieber, sehr verehrter Herr Professor Braun,
einen innigen Dank für Ihren lieben Brief und – vor allem – für die so eindrucksvolle CD mit der "Geistlichen Musik".
Ich habe mich vor dem Anhören der CD auf religiöse, auf christliche Themen eingestellt. Da ich kein anderes Urteil abgeben kann, bleiben mir nur Worte, wie sie mir mein inneres Empfinden gewährt, Worte der Seele.
Die anfänglichen, teils zurückhaltenden, teils mächtigen Klänge vermittelten mir etwas wie Engelsmusik, der machtvolle Worte folgen, Worte des Herrn, des Ewigen, der Forderungen an die Gläubigen stellt, an die Menschen, die offenbar in einem Sündental kampieren und die Mahnungen nicht erfüllen können.
Mir wurde die Situation am Fuße des Berges Sinai bewusst. Das Alte Testament, die jüdische Bibel waren mir nahe.
Als die Chorgesänge begannen, dachte ich, es folge etwas anderes, aber ich merkte schnell, dass der beginnende musikalische Teil eine Art Ouvertüre ist, die auf das Folgende vorbereiten sollte.
Das Singen brachte das realistische Leben. Leider konnte ich die gesungenen Worte mit meinem schwachen Gehör nicht verstehen. Aber ich fühlte mich wieder an Mosche mit den Tafeln der Gebote in den Händen erinnert und an die Problematik, Gottes Worte hören, erhören, empfangen und annehmen zu können. Die gegensätzlichen, erregten und erregenden Gesänge erschienen mir wie Empörung und Widerstand, wie die Widerworte, die in einem solchen Konflikt hinausgeschleudert werden.
Ich empfand die Chöre hinreißend, emotional aufwühlend in ihrer musikalischen und gesanglichen Schönheit und Eindringlichkeit. Vom Gefühl her war es fast eine Seelenqual, die sich aber dann in dem weiteren Teil des Werkes auflöste, beruhigend wurde.
Die Menschen werden sich gefunden haben, sehen ein, was sie getan haben, sie beginnen, Gott zu verstehen und seinem klugen Wollen zu vertrauen. Engel bringen, wie zum Himmel fliegend, den Schlussgesang auf das Gelingen der göttlichen Hilfe.
Ein wunderbares Werk !
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